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Problemlösungsmethoden

1. 5-Why-Methode – Ursachen Schritt für Schritt hinterfragen

Die 5-Why-Methode ist eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Technik zur Ursachenanalyse. Sie hilft dabei, nicht nur Symptome, sondern die tatsächliche (tieferliegende) Ursache eines Problems zu finden.


Grundprinzip

Du fragst wiederholt „Warum?“ – typischerweise fünfmal, um Schritt für Schritt zur Wurzel des Problems vorzudringen.

Die Zahl fünf ist ein Richtwert. Manchmal reichen drei Fragen, manchmal braucht es sieben.


Beispiel

Problem: Die Lieferung an den Kunden kam zu spät.

  1. Warum kam die Lieferung zu spät? → Weil das Produkt nicht rechtzeitig fertig war.
  2. Warum war das Produkt nicht rechtzeitig fertig? → Weil ein Teil gefehlt hat.
  3. Warum hat das Teil gefehlt? → Weil es nicht rechtzeitig bestellt wurde.
  4. Warum wurde es nicht rechtzeitig bestellt? → Weil der Liefertermin im System falsch eingetragen war.
  5. Warum war der Termin falsch eingetragen? → Weil ein neues Planungstool verwendet wurde, aber die Mitarbeitenden nicht geschult waren.

Tiefere Ursache: Fehlende Schulung bei der Einführung neuer Software.

Vorteile der Methode

  • Schnell und einfach einsetzbar
  • Keine spezielle Software oder Grafik nötig
  • Fördert systematisches Denken
  • Gut kombinierbar mit anderen Methoden (z. B. Fischbone)

Wichtig für die Anwendung

  • Nicht oberflächlich bleiben – wirklich hinterfragen!
  • Neutral und sachlich denken, nicht beschuldigen!
  • Ergebnisse dokumentieren (z. B. auf Flipchart oder Whiteboard)
  • Im Team diskutieren: Verschiedene Perspektiven führen zu besseren Antworten

2. Fischbone-, Ishikawa- oder 6-M-Diagramm

Das Fischbone-Diagramm, auch Ishikawa-Diagramm oder 6-M-Methode genannt, ist eine Problemlösungsmethode, mit der sich Ursachen für ein bestimmtes Problem systematisch analysieren lassen.

Die Methode wird häufig in der Qualitätssicherung, im Projektmanagement oder in technischen Berufen eingesetzt, um die Wurzel eines Problems zu erkennen und gezielte Massnahmen ableiten zu können.

Dabei wird eine zeichnerische Darstellung erstellt, die an eine Fischgräte erinnert – daher der Name „Fischbone“. Die Hauptursache steht am Ende der „Wirbelsäule“, und mögliche Ursachen werden in Haupt- und Nebenäste gegliedert.

Fischbone

Typische Schritte zur Anwendung:

  1. Problemdefinition
  2. Formuliere das konkrete Problem möglichst präzise.
  3. Trage es am „Kopf“ des Diagramms ein (z. B. „Produktionsfehler“, „hohe Retourenquote“, „Kundenzufriedenheit sinkt“).
  4. Hauptursachen festlegen (z. B. nach 6-M-Methode)
  5. Mensch (z. B. Ausbildung, Motivation)
  6. Maschine (z. B. Wartung, Defekte)
  7. Material (z. B. Qualität, Verfügbarkeit)
  8. Methode (z. B. Prozesse, Abläufe)
  9. Milieu (Umwelt) (z. B. Arbeitsplatzbedingungen)
  10. Messung (z. B. Prüfverfahren, Genauigkeit)
  11. Mögliche Unterursachen sammeln
  12. Für jede Hauptursache werden mögliche Unterursachen gesammelt und als Seitenäste eingezeichnet.
  13. Diskussion und Analyse
  14. Ursachen gemeinsam im Team diskutieren und analysieren.
  15. Häufig wird dazu zusätzlich die 5-Why-Methode verwendet (mehrfaches Nachfragen: „Warum?“).
  16. Ursachen gewichten und priorisieren
  17. Welche Ursachen sind besonders wahrscheinlich oder kritisch?
  18. Eventuell mit Farben oder Symbolen kennzeichnen.
  19. Massnahmen ableiten
  20. Aus den Hauptursachen werden Verbesserungsmassnahmen entwickelt und dokumentiert.